Bustour am 33. Spieltag nach Leipzig

Bustour am 33. Spieltag nach Leipzig

Leipzig – Das Ende einer nicht enden wollenden Saison. Am Ende sollte das womöglich letzte Bundesliga-Auswärtsspiel doch schneller kommen als erhofft.
Trotz geringster Hoffnungen nach einem desolaten HSV-Spiel war die Stimmung zu Beginn der Tour sehr gut. Zwar hielt sich meine Laune in Grenzen, aber nachdem viele von uns schon mit der Bundesliga abgeschlossen hatten, gab es kaum weitere Befürchtungen.

Bei grandiosem Wetter ging es los und ein voll besetzter Bus voller Meilenwölfe setzte sich in Bewegung. Während das Busradio unter großen Schwierigkeiten unsere traditionelle CD abspielte, konnten heute einige Kaltgetränke zusätzlich geöffnet werden, die Angst trieb es rein… Einige Gespräche und Biere später erreichten wir schon Leipzig. Während wir ausstiegen wurden ein paar Leipziger von der Polizei festgesetzt. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto ging es in das Stadion – zum vielleicht vorerst letzten Mal in der Bundesliga. Ein komisches Gefühl. Nachdem das – dürftige – Getränkeangebot studiert worden war, ging es in den Oberrang, der dieses Mal für die Gäste ausgesucht worden war. Nachdem jedoch ein großer Teil der Anwesenden entschied, dass der Untergang ein besseres Erlebnis ermöglichen würde, wurde die Szenerie gewechselt. Das Spiel ist schnell beschrieben: grausam! Das Highlight bestand hier daraus, dass zwei unserer Mitglieder einen gefährlichen Becherwerfer aus dem Verkehr ziehen und zu einer umfassenden Entschuldigung zwingen konnten. Dies half zwar nicht gegen den Biergeruch, aber war immerhin der Stimmung zuträglich.

Nach dem Spiel: eisige Stimmung. Verbale Entgleisungen von Teilen des Anhangs, Fassungslosigkeit bei der Mannschaft. Auch wir waren so leer, dass wir beinahe vergaßen, das Stadion zu verlassen. Immerhin konnten einige Glückliche noch Pfand-Einweg!-Becher sichern und sich damit die Tour zumindest finanziell vergolden. Die Rückfahrt war geprägt von der freudigen Nachricht eines sich anbahnenden Nachwuchses, woraufhin das glückliche Mitglied prompt eine Busrunde ausgab.

Als wir Wolfsburg erreichten, stand schon eine Gruppe Fans am Stadion und beratschlagte über die Situation. Für die Meisten von uns ging hier jedoch ein ereignisreicher Tag zu Ende. Nun gilt es die volle Aufmerksamkeit auf diese letzten beiden Spiele zu lenken und alles zu geben, auf dem Platz wie auf den Rängen. Die Relegation ist ein bisschen wie der Besuch der Schwiegermutter: Man kann nur hoffen, dass es vorbei geht und man sie einigermaßen schadlos übersteht. Solange steht das Leben still.

In diesem Sinne: für Wolfsburg, für den Verein, für unsere Farben – niemals absteigen!

Meilen: 256
Saison gesamt: 9110