Dortmund

Dortmund

An die letzten paar Spiele einer Saison habe ich als Fan des Vereins für Leibesübungen von 1945 traditionell gute Erinnerungen. Viele Serien wurden hier bestaunt, viele Rückstände aus dem Winter egalisiert und natürlich die beiden Titel der Vereinsgeschichte gesammelt. Dass dieses Jahr in der Rückrunde nur ein paar mickrige Punkte heraussprangen und die Spielweise kaum Anlass für Optimismus gibt, ist hierbei natürlich nur am Rande zu bemerken. In guten wie in schlechten Zeiten titeln die Zeitungen bedeutungsschwer und so führte uns die (hoffentlich) vorletzte Auswärtstour der Saison zum designierten Vizemeister nach Dortmund. Dieser „Titel“, über den wir uns in der Vorsaison noch freuen durften, geht in diesem Jahr genauso in den Ruhrpott wie die erneute Teilnahme am DFB-Pokalfinale. Die Älteren mögen sich eventuell noch an ein grandioses 3:1 unserer Wolfsburger vor einem knappen Jahr im Berliner Olympiastadion gegen eben diesen Arbeiterclub aus dem Ruhrgebiet erinnern. Doch der Alltag sieht anders aus. Dortmund hat sich in allen Belangen verstärkt, während wir lustlos im Mittelfeld rumkicken, in der letzten Zeit sogar desolat auseinanderfallen.
Es war also angerichtet für 2 volle Bullis voller Meilenwölfe und derer, die es noch werden wollen. Pünktlich wurde Wolfsburg verlassen. Bei der ersten Pause traf man auf einen Junggesellenabschied, der allerdings deutlich besser gelaunt war als wir. Nach einigen Baustellen, vielen Kilometern Stau und ein paar Kaltgetränken wurde Dortmund erreicht. Durch die vollkommen fehlende Fantrennung konnten mehr oder weniger nette Gespräche mit einigen Borussen geführt werden, bevor sich der Tross zum Stadion begab. Angekommen, kontrolliert, Treppen gestiegen, kontrolliert, Treppen gestiegen, Treppen gestiegen, Treppen gestiegen, Treppen gestiegen, kontrolliert, Treppen gestiegen und schon war man ohne weitere Umwege im winzigen Wolfsburger Block in der letzten Ecke des Stadions. Dass offensichtlich auch einige Schwarz-Gelbe den Weg in den Block gefunden hatten, sollte sich der Stimmung (in Anbetracht des Ergebnisses) beinahe als förderlich erweisen. Vor dem Anpfiff wurden einige Kaltgetränke gereicht.
Handlungsloch.
Nach dem obligatorischen Gruppenfoto und dem Verlassen des Stadions traf man einen jungen Mann im Trikot der französischen Nationalmannschaft. Nach langem Nachdenken, warum dieser Fan sich Dortmund als Team ausgesucht hatte, wurden die aktuellen französischen Nationalspieler Mats Ümmels, Marcó Réhus und Romain Bürquoi als Grund ausgemacht. Gegen 17:30 Uhr wurde der Parkplatz wieder erreicht. Nach den vergangenen Stunden voller Entsetzen, Scham und Galgenhumor war die Stimmung wenig ausgelassen, was weder weitere Getränke, noch laute Musik ausgleichen konnte. So begab man sich lediglich unterbrochen durch einen Essensstop im Restaurant „zur goldenen Möwe“ und eine Blasenentleerung am Rastplatz „Essehof“ (etwa 3,5 m vor der Ankunft) zügig zurück nach Wolfsburg, wo die Bullis abgegeben wurden und damit die letzte Bullitour der Saison beendet wurde.

Meilen: 185 Saison gesamt: 13751