Relegation 2.0

Relegation 2.0

Es war endlich wieder soweit! Unser VfL konnte sich nach einem Jahr voller Hoffen und Bangen wieder einmal für die Relegation qualifizieren und die Fans durften sich über eine verkürzte Sommerpause freuen. Nachdem das Hinspiel relativ souverän mit 3:1 gewonnen werden konnte, war die Ausgangsposition für das anstehende Rückspiel ziemlich gut und somit versammelten sich auch gut gelaunte Menschen am Vorplatz des Wolfsburger Hauptbahnhofes.

Es war mittlerweile schon nach 14:36, also die offizielle Abfahrtzeit überschritten und vom Zug war weit und breit keine Spur… Also standen rund 700 Fans auf einem voll besetzten Gleis und warteten… Aber damit auch keine Langeweile aufkommen konnte, schickte die Deutsche Bahn einen ICE mit 200 Sachen an uns vorbei und ein netter Opi mit Koffer konnte gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gezogen werden. Irgendwann kam dann auch unser Zug mit etwas weniger Geschwindigkeit an und wir konnten Wolfsburg hinter uns lassen. 4 Stunden sollte die Fahrt dauern und trotzdem ist man gefühlt eingestiegen, hat sich kurz hingesetzt, ist ein bisschen durch den Zug gelaufen, um zu sehen, wer noch so dabei ist und schon waren wir in Kiel.

Natürlich hatte man aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit auch etwas Hunger und auf der Busfahrt vom Hauptbahnhof habe ich durchgängig an ein saftiges Brötchen mit Lachs gedacht, weil wenn man schon mal in Kiel is(s)t, dann muss man auch mindestens ein Fischbrötchen verspeisen. Am Stadion angekommen gab’s dann die größte Enttäuschung, die größer war als eine mögliche 4:1 Niederlage heute: Es gab keine Fischbrötchen!! Und das in Norddeutschland. Wo die Leute sagen, dass man in Norditalien wohnt, wenn man ihnen erzählt, dass man aus Wolfsburg kommt. Sehr enttäuschend! Irgendetwas von der Speisekarte musste dennoch ausprobiert werden und so fiel die Wahl auf eine Bratwurst, dazu etwas Senf und mit dieser wurde dann auch mein Platz im weiten Rund des Holstein-Stadions eingenommen.

Das Holstein-Stadion verfügt über ca. 12.000 Plätze und hatte im Gegensatz zu eigentlich allen Bundesliga-Stadien einen gewissen Charme, wofür es sich schon gelohnt hat mal wieder in der Relegation mitzuspielen. Von allen anderen drei Tribünen des Stadions hätte man sicher noch etwas mehr vom Spiel mitbekommen, auf unserer Seite war die Sicht teilweise doch sehr eingeschränkt. Die Stimmung im Block war dennoch mehr als gut und auf dem Platz verpasste man trotz der eingeschränkten Sicht auch nicht allzu viel. Die Spannung stieg mit dem Spielverlauf, die Nasen liefen bei denen, die zuhause keine Allergietablette genommen hatten, aber die Taschentücher, die für den Abstiegsfall mitgenommen wurden, konnten glücklicherweise zum Putzen der Nase verwendet werden, denn Robin Knoche erlöste gegen Ende des Spiels mit einem wuchtigen Kopfball die mitgereisten Fans. Danach war das Spiel irgendwann vorbei und die Mannschaft wurde von den Fans gefeiert, dazu kann ich aber nicht viel sagen, denn ich hatte keine Lust darauf und bin auf dem kürzesten Weg zum Bus gegangen, der uns wieder zurück zum Hauptbahnhof bringen sollte.

Die Rückfahrt wurde dann größtenteils im Sambawaggon mit Klassikern aus allen Jahrtausenden verbracht und viel früher als geplant kamen wir wieder in Wolfsburg an. Und wir kamen zurück als Fan eines Bundesligisten, was zwar mehr als unverdient ist, aber diesmal können daraus hoffentlich die richtigen Schlüsse gezogen werden, um den VfL wieder dorthin zu bringen, wo er normalerweise hingehört. Es ist nicht 5 vor 12, es ist schon mindestens 18:30 Uhr. In diesem Sinne: Bis nächste Saison J

 

Meilen: 328

Saison gesamt: 9438