Englische Woche in Mainz am 26.09.2018

Englische Woche in Mainz am 26.09.2018

Das ist noch lange kein Grund, um einfach so auswärts zu fahren.

Es ist Mittwoch, der Wecker klingelt. Erwartungsfroh stehe ich bereits im Bett, denn nach ein paar wenigen Stunden Arbeit sollte am heutigen Tag noch eine Auswärtstour auf uns warten. Als ich meinen Rechner starte und meine E-Mails checke, denke ich kaum noch an die Arbeit.

Zwei Meetings und 3 Stunden nervöses Uhrenchecken später sitze ich im Auto zum Treffpunkt. Es ist 12:30 Uhr und die Uhrzeit fühlt sich nicht nach einer Auswärtstour an. Dennoch treffe ich ein halbes Dutzend andere Verrückte am Bulli, die erwartungsfroh auf einen Fahrer warten. Offensichtlich muss noch vor meiner Ankunft die Fahrerfrage zuungunsten des Abwesenden geklärt worden sein. Kurzentschlossen packe ich meine alkoholischen Kaltgetränke zurück in mein Auto und nehme den Bullischlüssel. Ich setze mich in den Fahrersitz und checke die Lage auf der Autobahn. Ein letzter Blick auf die Mitfahrer: Müde Blicke mischen sich mit Unverständnis über die eigene Entscheidung für diesen Trip. Doch als ich den Schlüssel umdrehe und den Gang einlege wissen alle, dass es nun kein Zurück mehr gibt. Nächster Stopp: Opel Arena, Mainz!

Nicht viel sprach im Vorfeld für dieses Spiel: sonnige Temperaturen, eine fanfreundliche Terminierung, zwei Teams mit spielerischer Extraklasse – auf all dies konnten wir heute vergeblich warten. Dafür lockte in Mainz die – meiner Meinung nach – zweitbeste rote Bratwurst der Liga. Doch wie sich noch zeigen sollte, ist das noch lange kein Grund, um einfach so auswärts zu fahren.

Dementsprechend legendär verlief die Hinfahrt. Mit insgesamt 3 Bieren (für den ganzen Bulli) und praktisch ohne musikalische Untermalung wurde der Hinweg eher als leidige Pflicht hinter uns gebracht. Das Highlight der Hinfahrt stellte hierbei die ungefragte Wegbeschreibung eines Ordners etwa 13 Meter vorm Gästeblock dar, der uns die letzten 12 Sekunden zum Gästeblock in einem dreiminütigen Vortrag näherbringen konnte. Danke dafür!

Auch ansonsten Business as usual: Auf dem Parkplatz noch ein bisschen Fußball gespielt, im mit unter 20 000 Zuschauern „gefüllten“ Stadion einen Platz erkämpft und ein leidiges Spiel mit wenigen Höhepunkten und noch weniger Toren gesehen. Freuen konnte sich hier nur ein Mitfahrer, der unfreiwillig mit einem mehrere Monate alten Kaugummi versorgt werden konnte. Nach dem Gruppenfoto ging es zurück in den Bulli und von dort auf dem schnellsten Wege in die Polizeiblockade. Nachdem einige Mainzer den Wolfsburger Konvoi versucht hatten abzufangen, ging es hier nicht so schnell weiter. Während die Staatsmacht mit den Fans aus den vorderen Fahrzeugen sprach, blieb uns nur das warten. Als nach einer geschlagenen halben Stunde die Bahn theoretisch frei war, konnte unser Bleifuß die Poleposition nutzen und an allen stehenden Autos vorbeiziehen. Unter irritierten Blicken der Roten, Blauen und Grünen konnten wir somit als erstes Fahrzeug die eigentliche Fahrt beginnen und den Tatort hinter uns lassen. Während die Rückfahrt überwiegend zum Schlafen genutzt wurde, versuchte ich als DJ nochmal alles um die schläfrige Meute so unsanft wie möglich in den Schlaf zu spielen – scheinbar vergeblich. Handlungsloch. Gegen 3 Uhr tanken wir an der Autobahn voll nachdem der Blick zur App dies zur günstigeren Alternative zur hiesigen Tankstelle ausgemacht hatte. Eine halbe Stunde später tanken wir noch unfassbare 2,58 € dazu und stellen den Bulli endlich bei der Autovermietung ab. Während der überwiegende Teil direkt nach der Heimfahrt für drölfundzwanzig Jahre in der Falle verschwand, mussten andere die Vorzüge von Powernaps ausprobieren und am nächsten Morgen wieder in der Schule sein. Dank der souveränen Terminierung der DFL dementsprechend überhaupt kein Problem.

All das wirkt wirklich nicht wie ein Grund, um einfach so auswärts zu fahren. Doch wir machen es trotzdem, zum Teufel mit der Vernunft!

 

Meilen: 504       

Saison gesamt: 1616