Freiburg

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Der Tausendmeilentrip zum Sport-Club Freiburg e.V. mit den Meilenwölfen

Bedingt durch den bundesweiten Bahnstreik und das dadurch gestiegene Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen, beschloss die Gruppe sich schon um 4 Uhr auf den langen Hinweg zu begeben. Man traf sich an der heimatlichen Arena, die sich nachts beleuchtet von ihrer schönsten Seite zeigte. Nachdem Proviant und Reisende im Gefährt untergebracht waren, ging die Fahrt los. Im Schutze der Nacht wurden Meilen gesammelt wie Panini-Sticker. Schon um 8 Uhr konnten wir die Silhouette der Frankfurter Skyline im Dunst des morgendlichen Nebels von der Autobahn aus bestaunen. Da die Konfirmandenblasen Zuhause gelassen wurden und die Wege gen Süden durchgehend frei waren, wurde so viel Zeit gutgemacht, dass man sich kurzerhand dazu entschloss, einen Abstecher nach Straßburg im benachbarten Frankreich zu machen.
Um 11 Uhr war es soweit: Bonjour Strasbourg! Ohne jegliche Navigationsmodule, dafür mit einem guten Instinkt für Straßen und Richtungen, wurde das herausstechende Straßburger Münster von der Stadtautobahn aus angefahren. Nach einem 10 minütigen Fußmarsch durch die wunderschöne Innenstadt mit ihren alten Gassen und prachtvollen Gebäuden, standen wir wie aus dem Nichts vor einem schier endlos empor ragenden Gebäude. Um die Spitze sehen zu können, riskierte man fast einen steifen Nacken. Im Sonnenschein und bei spätsommerlichen 20°C genossen wir den Ausflug ins Nachbarland und suchten uns den perfekten Platz für ein Gruppenfoto, um den traumhaften Anblick zu bewahren. Die selbsternannten Sprachkünstler stellten ihr ganzes Wissen und Können unter Beweis, um einen Fotografen des Gruppenfotos zu finden. Nach den Worten: „Pouvez-vous parler (= reden) une photo from us“ und dem daraus resultierenden Lachanfall aller, positionierten wir uns für das Foto und gingen anschließend zurück zum Fahrzeug.
Ohne weitere Verzögerungen kamen wir unversehrt und glücklich in Freiburg an. Das Tolle am Südwesten Deutschlands ist die Grundfreundlichkeit der Menschen und das (fast) immer geile Wetter. Dies traf beides auch auf unseren Samstag im Breisgau zu. Die Polizisten waren freundlich und hilfsbereit, die Anwohner aufgeschlossen und gastfreundlich: Erst wurden alle Barrikaden, die uns den Weg versperrten, sofort von den Gesetzeshütern entfernt und wir durften wortwörtlich direkt vor dem Gästeeingang parken. Dann wurden wir von den Heimfans in deren Biergarten freundlich in Empfang genommen und nach dem Spiel herzlich verabschiedet.
Durch die Abwesenheit der Wolfsburger Ultras war die Anfeuerungskraft im Auswärtsblock merklich gelindert, weshalb einzelne Fans abwechselnd die Initiative ergriffen und versuchten den Block nach und nach aufzulockern und zu ermutigen, ein wenig aus sich heraus zu kommen. Dies glückte auch mit dem Spielverlauf, sodass die Stimmung nach dem 2:0 endlich ein wenig an Fahrt aufgenommen hatte. Von Freiburger Seite jedoch kam auch nur vor dem Anpfiff und nach dem späten Anschluss, der bei uns noch mal für zitterige Minuten gesorgt hatte, so richtig Stimmung auf.
Nach dem Abpfiff genoss man noch einmal das 2:1 und applaudierte dem Team, bevor man sich draußen an unserem Bulli noch spontan mit anderen Wolfsburgern ein Siegerbier bei Schlagern in Discolautstärke gönnte und durch den edlen Mitgesang das vorbeigehende Heimpublikum und die anwesende Staatsmacht entzückte. Zirka eine Dreiviertelstunde nach Abpfiff machten wir uns auf den langen Rückweg in die Heimat. der auch problemlos verlief. Die laute, ausgelassene Stimmung der Hinfahrt wich einer sich mit der Zeit ausbreitende Müdigkeit. Nachdem das Erschöpfungstief gegen Mitternacht sich wieder in Sing- und Trinkfreude umwandelte, wurde es noch einmal laut im Partybus und so fuhr man mit drei Punkten in der Tasche und einer erlebnisreichen Fahrt im Rücken glücklich in die geliebte Heimatstadt nach 1690 Kilometern, oder umgerechnet 1050 Meilen ein.

* Abgerissene Meilen über die Saison: 1830