Rückrundenstart am 20.01.2019 auf Schalke

Rückrundenstart am 20.01.2019 auf Schalke

Bei Sonnenschein und arschkalten -4 Grad Celsius machten sich am vergangenen Sonntagmittag 18 Meilenwölfe auf den rund 300 Kilometer weiten Weg nach Gelsenkirchen. Seit Jahren erstmals wieder mit halbwegs positiven Erwartungen, nachdem unser VfL die Hinrunde mit dem fünften Platz und das Wintertrainingslager mit weitgehend guten Eindrücken abgeschlossen hatte.

Der erste Zwischenstopp wurde bereits am Rande Hannovers beim „Schotten“ eingelegt, der uns wie immer mit gaumenschmeichlerischen Genüssen verwöhnte. Mittagessen gibt es eben am Mittag. Frisch gestärkt rollten wir auf die A2 und es begann das allgemeine Sinnieren darüber, wie der VfL wohl starten würde. Macht sich der offenbar längerfristige Ausfall von Daniel Ginczek negativ bemerkbar? Hält Wouts Knöchel? Spielt Felix Klaus von Anfang an? Schmeckt das Bier auf Schalke mittlerweile nach Bier?

Gegen 16 Uhr reihten wir uns in den ruhrpöttischen Sonntag-Nachmittags-Ausflug-Rückfahrt-Verkehr ein, so dass wir gut 75 Minuten vor dem Anpfiff am Stadion-Parkplatz ankamen. Die gute Hinrunde machte sich dahingehend bemerkbar, dass sich ein paar mehr Busse auf den Weg von Wolfsburg nach Gelsenkirchen gemacht hatten. Nach dem obligatorischen Foto machten wir uns so langsam auf den Fußweg zum Stadion. Bekannte begrüßen, den Fanbetreuern „Hallo“ sagen, Karten abholen und ab in die Warteschlange zur gründlichen Kontrolle. Auch diese wurde ohne bleibende Schäden überstanden. Bezeichnenderweise ist der Gästeblock der V/W-Block… Zufall? Egal. Nun begann die bleierne Wartezeit: 55 Minuten bis zum Spielbeginn, die Plätze füllten sich. Wie es hieß, sollten zwischen 650 und 800 Wolfsburger vor Ort sein. Könnte hinkommen.

45 Minuten bis zum Anpfiff: Torwarttrainer Pascal Formann pfeffert Koen „Koen,Koen, Koen“ Casteels und Pavao Pervan die ersten Bälle aufs Tor. Die Mannschaftsaufstellung ist da. Elvis steht in der Startelf. Die Mannschaft kommt aufs Feld zum Warmup. Das Stadiondach bleibt mal wieder offen. Der Fanblock füllt sich zusehends. Immer noch 20 Minuten. Unten auf dem Feld sabbelt Einer in einer Tour das Schalke-Maskottchen voll, das anschließend wie komplett sediert durch das Stadion schlurft. In puncto Maskottchen-Performance vorab schon mal ein klarer Punktsieg für unseren Wölfi.

Irgendwann war auch die bleierne Wartezeit vorbei und Schiedsrichter Manuel Gräfe pfiff die Partie an. Schon nach fünf Minuten die erste dicke Wolfsburger Chance. Schade, dass er nicht reinging, denn nur wenig später gab es den schon routinemäßigen Strafstoß für Blau-Weiß, den ausgerechnet Caligiuri zum 1:0 versenkte. Egal, weiter! Nach 20 Minuten dann der Wolfsburger Ausgleich duuuuurch Elvis Rexhbecaj, der einen Abpraller eines Mehmedi-Pfostenschusses versenkte. Geile Scheiße! Der Elvis! Danach spielte irgendwie nur noch der VfL. Das zweite Tor für den VfL nur eine Frage der Zeit – so schien es. Trotz gefühlten 90 Prozent Ballbesitzes für den VfL ging es aber mit dem 1:1 in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel nahmen die Blauen dann doch am Spiel teil und kamen bei Standards durchaus gefährlich vor Casteels‘ Tor. Ansonsten wurde das Spiel geprägt von (zu) vielen Ballverlusten, Kampf, Krampf und Quergeschiebe – allerdings mit wachsendem Übergewicht für Schalke. Die wenigen guten Chancen für den VfL wurden teilweise kläglich vergeben. Schließlich kam es zur Höchststrafe: Nicht nur, dass Schalke zum im Grunde doch überraschenden Führungstreffer kam; nein, es musste ja ausgerechnet wieder Caligiuri sein, der mit einem leider sehenswerten Treffer das Siegtor für die Gastgeber schoss. Die Wölfe versuchten zwar noch alles, aber es war alles irgendwie überhastet und nicht zu Ende gedacht. Am Ende standen in Gelsenkirchen nach 90 Minuten wieder einmal eine Niederlage zu Buche, eine fassungslose Mannschaft auf dem Platz und Hunderte, trotzdem applaudierende Wölfefans mit Fragezeichen in den Gesichtern auf den Rängen. Wohl eher nicht wegen der übermäßigen Erfolgs-Erwartungshaltung, sondern weil es einfach unbegreiflich war, dass dieses Spiel verloren wurde.

An dieser Stelle noch die Antworten auf die Fragen: Ja, das Fehlen von Ginczek machte sich insbesondere in der 2. Halbzeit negativ bemerkbar. Ja, Wout hat durchgehalten. Nein, Felix Klaus spielte nicht von Anfang an. Nein, das Bier auf Schalke schmeckt immer noch widerlich!

Dennoch gab es zwei schöne Premieren: Elvis‘ erstes Saisontor und das erste Mal „Wölferadio Arena live“ auf Schalke (Übertragung künftig bei allen Auswärtsspielen).

Schließlich machten wir uns nach anfänglicher Paralyse (doofes Ergebnis und eisige Kälte) so langsam auf den Weg zurück nach Wolfsburg, der nur durch einen Kurzbesuch bei einem weiteren Schotten unterbrochen wurde. Gegen Mitternacht konnten wir dann die Bullis wieder in Fallersleben abgeben.

 

Meilen: 398      

Saison gesamt: 4972